Es ist gewiss für jeden etwas besonderes, wenn er einen alten Helden seiner Jugend nach vielen, vielen Jahren zum ersten Mal live erleben darf; es hat dann auch noch etwas von Weihnachten und Ostern gleichzeitig, wenn diesen Konzert auch unter musikalischen Aspekten erfreulich war und man sich den Heroen nicht schönreden muss. Mein erstes Live-Konzert mit der Musiker- und Produzenten-Legende
Todd Rundgren, dessen Fan ich seit ca. 1980 (das sind fast 30 Jahre, meine Fresse!) bin, war unter diesem Aspekt für mich ein voller Erfolg. Und wenn ich mich an die seligen Gesichtsausdrücke in den zumeist älteren Gesichtern der Fans erinnere, so war das nicht nur bei mir so (und ich glaube, ich hatte zum ersten Mal das Gefühl ein Konzert, bei dem die Fans ähnlich debil grinsen, wie bei den von mir oft zitierten Marillion-Konzerten mit den "Weihnachtsgesichtern" bei den Fans).
Die
Harmonie in Bonn ist ein angenehmer, relaxter Club mit angeschlossener Kneipe/ Restaurant und oft Schauplatz von Konzerten kleinerer und mittlerer Acts - komisch, dass ich ihn bisher noch nicht besucht hatte - und ist von Köln recht gut zu erreichen. Einmal am Bonner Hauptbahnhof angekommen, kann man mit diversen Buslinien bis quasi vor die Haustür fahren. Wie immer im Rheinland ist es allerdings schwer nach 22 Uhr an einem Sonntag einen Bus zurück zu erwischen (aber das ist eine andere Geschichte).
Nach einem ordentlichen (und schnell serviertem!) Abendessen in der angeschlossenen Kneipe, begab ich mich um 19h45 in den Veranstaltungsraum selbst und blickte mich mit gemischten Gefühlen um. Es waren deutlich mehr Zuschauer, als ich befürchtet hatte (ich habe eine niederländische Fans getroffen, die den Weg gemacht haben, obwohl Todd Rundgren heute in Eindhoven auftritt), aber es waren deutlich weniger als ich erhofft habe. Der Abendkassen-Man sprach von 200 zahlenden Gästen, ich hätte instinktiv auf weniger, nur 150 geschätzt, aber er muss es ja besser wissen
Ich bekam die letzten Akkorde des Support-Acts (äh... wie war noch gleich der Name?)
Eugene Francis Jnr mit. Huch? Da spielte schon einer? Hatte ich gar nicht mitbekommen und sein post-Dylanesques Geschrammel störte mich auch nicht, fiel mir aber nicht weiter auf. Ich hatte gerade noch Zeit mich umzusehen, mir ein Getränk an der Theke zu holen (praktisch, über der Theke waren Bildschirme, die die Bühne zeigten, die rechts dazu liegt), die Jacke an die Garderobe zu hängen und schon ging es los. Todd Rundgren, das Idol meiner Jugend betrat mit seiner Band die Bühne - und gleich durfte ich mich über eine zweite Überraschung freuen. Weitere alte Helden kamen da. An den Drums der gute alte
Prairie Prince (ja, der von den Tubes und leider auch Gründungsmitglied der garstigen Journey) und an der Gitarre und den Keyboarder der alte Utopia-Bassist (huh? Ein Bassist, der auch Gitarre und Keyboards spielt? Jaja, stimmt so...)
Kasim Sulton. Utopia war in den 1970ern und 1980ern die Psychedelic-Rock-, Prog-Rock-, Glam-Rock-, Sixties-Rock-Band Rundgrens gewesen, ferner war da bei genauerer Betrachtung noch ein alter Bekannter, nämlich der Gitarrist
Jesse Gress von der Tony Levin Band und dazu die mir auch auf dem zweiten und dritten Blick völlig unbekannte, nichtsdestoweniger charmante Bassistin
Rachel Haden. Was dann in den folgenden hundert Minute folgte, stand offensichtlich unter dem Motto des letzten Solo-Albums von Todd Rundgren,
Arena
(gerade erst im Oktober erschienen). Stadion-Rock oder zumindest direkter Rock ohne Spielereien ohne Progressive-Rock- oder Psychedelic-Rock-Attitüden, Rock ohne Schnörkel, zum Mitsingen, meinetwegen auch Mitklatschen und Mit
stompen. Das hätte natürlich auch ganz schnell, ganz abgegriffen und abgenudelt sein können, doch hier bewährte sich die Qualität der Band. Die (Gitarren-)Soli waren stilvoll, nicht ausgelutscht und einfach gut gemacht - bevor sie anfangen konnten zu nerven oder peinlich zu werden, waren sie auch schon zu Ende. Vielleicht war es deswegen auch nicht verwunderlich, dass Rundgren die letzten 2/3 des Konzert ausschließlich das neue Album gespielt hat - genau in derselben Reihefolge übrigens - und seine "klassischen Songs" nur zu Beginn und in der Zugabe spielte. Das war nachvollziehbar und auch nicht wirklich unangenehm, aber ich hätte mir schon ein paar alte Songs mehr gewünscht, gerade wenn mit Kasmin Sulton und Prairie Prince zwei treue Wegbegleiter aus alten Tagen mit auf der Bühne standen. Man kann nicht alles haben - wenigstens hat er keinen reinen Nostalgie-Trip veranstaltet...
Die Band war gut gelaunt (zumindest Jesse, Rachel und Kasmin schauten fröhlich drein; Todd und Prairie Prince verbargen sich ja hinter Sonnenbrillen) und spielte sauber und druckvoll bei exzellenter Akustik. Der Sound war nicht zu laut und sehr transparent, von meinem Platz rechts an der Bühne konnte ich alle einzelnen Instrumente deutlich hören (und unterscheiden), ich hatte den Eindruck, dass auch die Musiker keine größeren Probleme mit dem Sound auf der Bühne hatten.
Das ganze Konzert war wie ein kleines Familientreffen, sogar die Roadies waren unglaublich nett und zuvorkommend. Man kam sehr schnell mit den anderen ins Gespräch, fachsimpelte über alte Zeiten und die Musikszene (ich habe sogar jemanden guten Gewissens das Eclipsed empfohlen

)
Highlights waren (natürlich?) dann doch die alten Songs 'Love in Action', 'Black Maria', 'Couldn't I Just Tell You' und mein all-time-favorite 'Just One Vicory'. Vom neuen Album kamen alle Songs gut rüber (besser als auf dem Album, was irgendwie nicht verwunderlich ist), hervorzuheben waren aus meiner Sicht 'Mad', die Blues-Ballade 'Weakness', 'Today' mit seinem treibenden Basslauf, 'Bardo', das mich immer an 'Bridge of Sighs' von Robin Trower erinnert und natürlich das audience-partecipation-Stück 'Strike'.
Besetzung:
Todd Rundgren -Vocals/ Guitar
Jesse Gress- Guitar / Back Vocals
Prairie Prince- Drums
Rachel Haden-Bass / Back Vocals
Kasim Sulton- Keys / Guitar / Back Vocals
Tracklist:
Love in Action
Walls
Black Maria
Open My Eyes
Lunatic Fringe
~~~ Arena (2008) complete ~~~~
Mad
Afraid
Mercenary
Gun
Courage
Weakness
Strike
Pissin
Today
Bardo
Mountain Top
Panic
Manup
~~~ Arena (2008) complete ~~~~
Couldn't I Just
Just One Vicory

I also liked the concert very much and also the gemutliche Toddfans und andere leute im Bonn. I talkd to some German fans and it all wo so relaxed and chilling. I also managed to "speak" with Todd after the show. Nice guy and also Prairie, Kasium and Jesse were behaving as normal friendly persons!!!
It was the first time I was in Bonn and I was sorry i couldn't stay longer. Nice town. This was about the 8th time I saw Todd ans sure in the most intimate venue, the Harmonie. I liked their Wiener Schnitzels very much!!!