Der FreakParade ist vorüber, die Bundestagswahl auch (und es ist das eingetroffen, was doch letzten Endes in allen Umfragen seit Monaten vorausgesagt wurde, oder?), ich werfe noch einmal einen Blick zurück auf die drei Konzerte des heutigen Tages:
Panzerballett
Ich ging mit gemischten Gefühlen in das Konzert. Panzerballett sind zwar eine exzellent aufspielende Spaßmach-Truppe, aber vielleicht stand mir der Sinn heute gar nicht so sehr nach Spaß. Nun, ich wurde heute zunächst einmal angenehm überrascht. Gerade bei den ersten Stücken, die von mir auf den Studioalben so wenig gelittenen Cover-Versionen, trumpften Zehrfeld und Co. mit einigen originellen Passagen auf, außerdem schien mir der "Abkrass"-Faktor ein wenig durch mehr Jazz eingetauscht worden zu sein. Gut so! Nur, es blieb nicht so: Nach der Hälfte der Spielzeit hörte ich vor lauter Breaks und launigen High-Speed-Intermezzi nichts mehr. Und dann der Gesang ... mmmhh. So wurde es das durchschnittliche Konzert, das ich letzten Endes erwartet hatte. Schade, ich glaube, etwas mehr Jazz und etwas weniger Albernheiten würden Panzerballett auf Dauer interessanter machen. Zwischen dröger Piefigkeit und alberner Wiederholung gibt es gewiss einen besseren Mittelweg.
2/5 Punkte
Present
Wegen eines Zugunfalls und einer daraus resultierenden Verspätung von Koenjihyakkei wurde der eigentliche Headliner dder FP 2009 vorgezogen, doch die Truppe um den Belgier Roger Trigaux (und den Amerikaner David Kerman an den Drums) spielte anderthalb Stunden entfesselten, düsteren, bedrohlichen RIO auf allerhöchsen Niveau. Schade, dass das Tageslicht in die Halle schien und schade, dass die Akustik trotz guter (aber laaaaauter) Abmischung nur befriedigend war (mehr war in dem Schuppen einfach nicht zu holen), aber dennoch: Dies war das intensivste Konzert des Festivals. Für mich, es gab auch andere Stimmen.
4,5/5 Punkte
Koenjihyakkei
Die letzte Band eines Festivalwochenendes hat es bei mir traditionell schwer. So war es auch dieses Mal: Nach sechs Konzerten mangelt es mir vielleicht etwas an Konzentration oder vielleicht an Konzjentrationswillen. Dabei gefiel mir die perfekt dargebotene Zeuhl-Musik der durchgeknallten Japaner ("Japanese Magma on steroids", die übereinstimmende Analyse von D. Kerman und mir) gar nicht übel, für den letzten Funken Begeisterung fehlte mir aber die Initialzündung, vielleicht hatten mich Present auch schon zu sehr in die Mangel genommen. Mein Top-Rating des Tages bleibt also bei Present. Gut möglich, dass mein Urteil bei umgekehrter Reihenfolge anders ausgefallen wäre. Aber ich mag mir gar nicht vorstellen, welche Wirkung Present auf mich gehabt hätte, wäre ich müde und ausgelaugt gewesen...
4/5 Punkte
Squartet - Solide
Harmonia Ensemble - Große Überraschung, toller Auftritt
Sodom und Gomorrha - Undifferenzierter Krawall
Three Friends - rockende und frische Gentle Giant-Darbietung
Panzerballet - Erst hui, dann zunehmend pfui
Present - die Hölle, im allerpositivsten Sinne, wahnsinn!
Koenjihyakkei - Großartiger Auftritt, tolle Band, tolle Musik, für die mir leider etwas die Kozentration fehlte; der Erfahrung nach ist die letzte Position auf Freakshow-Festivals ohnehin eine schwierige
Du hast den Live-Auftritt von Schuli und Baerchi vergessen... Wenn das kein Highlight war, weiß ich auch nicht...