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Agnès Milewski, Wiener Singer/Songwriterin mit leichter Folk- und Pop-Attitüde, ist immer noch ein Geheimtipp für Freunde von gefühlvoller, intelligenter, abwechslungsreicher Musik mit bezaubernden Melodien und gut geschriebenen, persönlichen Texten. Ihr Gig an einem trüben Herbstabend im Großen Saal des Bürgerhaus Kalk in Köln wurde zur intimen, stellenweise sehr intensiven Seelenschau einer poetischen jungen Frau mit ihrer exzellenten Band.« So habe ich es am Wochenende im
Schallplattenmann etwas hochtrabend formuliert, aber wenn ich es mir recht überlege, will ich das nicht relativieren oder zurücknehmen, denn genau so habe ich den Gig empfunden.

Meines Wissens zum ersten Mal wagte sich die polnischstämmige Künstlerin so weit in den Westen und in den Norden: Die Milewski spielt ihre Gigs hauptsächlich in Österreich, vor allem in ihrer Heimatstadt Wien und, da ihr Management in Sachsen sitzt, in Ostdeutschland. Dennoch waren (leider) nur wenige Fans ekommen, um sie live zu erleben: Gerade mal 18 Zuschauer tummelten sich vor der Bühne (Entsprechend wurde von der der Sängerin bei ihren Ansagen immer wieder gewitzelt, dass auf der Bühne mehr Leute seien, als im Zuschauerraum).

Der Veranstalter vor Ort hatte allerdings das Beste aus dem schwachen Kartenverkauf gemacht und die Halle mit Bistro-Tischen, Kerzen und Herbstlaub dekoriertes, warmes Ambiente verwandelt. Das war wirklich eines meiner gemütlichsten Konzerte, die ich je erlebt habe. Leider musste man für die Getränke das Gebäude verlassen und gegenüber in die Gaststätte des Bürgerzentrums gehen: Gemütlich Tee oder Wein schlürfen und damit Agnès lauschen, war ergo nicht möglich. Trotzdem: Die Zuhörer saßen zu Zweier- oder Dreigruppen an ihren Tischen mit freiem Blick auf die Bühne in ruhiger, fast familiärer Atmosphäre bei relativ ausgewogenem Klang. Die Milewski spielte einen abwechslungsreichen Querschnitt aus ihrem Debütalbum "Pretty Boys And Ugly Girls" (s. links, 2007) und ihrem im Dezember erscheinenden Zweitling "Learn to Swim". Melancholische und verträumte Balladen des 'gerne und viel kuschelnden Blumenkindes' Milewski (Selbstbeschreibung) wechselten sich mit einigen folkigen und poppigeren Nummern ab, so dass das zweigeteilte Konzert einen guten Überblick über ihr musikalisches Spektrum gab. Besonders erfreulich war, dass die neuen Nummern ebenso stark wirkten, wie das 'alte' Material und dass sie und ihre elektro-akustische Band - Violine, Cello, Flöte, Klavier bzw. akustische Gitarre sowie E-Gitarre, E-Bass und Drums - das gesamte Material etwas druckvoller, etwas 'rockiger' umsetzten, als im Studio.

Alles in allem boten Agnès Milewski und ihre sechs Mitstreiter einen sehr kurzweiligen, poetisch-verträumten Abend mit schöner, manchmal witziger, manchmal melancholischer Musik. Ich hoffe, dass sie sich durch den mäßigen Besuch nicht entmutigen lässt und schon bald wieder in Köln aufschlägt, das nächste Mal dann auf der richtigen Rheinseite und mit ein paar Zuschauern mehr: Eigentlich sollte solche Musik durchaus mehr Besucher anziehen können. Beim Konzert von
Vienna Teng im Altes Pfandhaus im März dieses Jahres waren schließlich auch 250-300 Besucher anwesend. So viele Besucher wären Agnès Milewski auch zu gönnen, warum eigentlich nicht ...
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Petras Blogbeitrag zum Konzert auf
allesueberkoeln.de