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What have I listen to lately? (Uh-hu-hu Yeah!
Frauen! Frauen! Frauen! Das ist alles, was ich im Kopf, äh im Ohr habe, zumindest wenn man meinem
last.fm-Profi vom 31.12.09, 17h30 glaubt. Naja, fast. Aber es ist sicher kein Zufall, dass mit
My Brightest Diamond eine Frau meine Jahresplaylist anführt und das auf den Plätzen 3, 4, 7, 8, 10, 12 und 14 die Damen
Tori Amos,
Regina Spektor,
Sophie Hunger,
Bat For Lashes,
Eliksir,
Vienna Teng und
Alice folgen. Ein paar sind explizite Neuentdeckungen des Jahres, die zeitweise wochenlang in der Heavy Rotation bei mir liefen (Regina, Sophie, Bat for Lashes und Eliksir), ein paar sind schon "alte" Lieben, wie My Brightest Diamond, Tori Amos, Vienna Teng und die wundervolle Alice. Der Grund für meine steig wachsende Affinität für Musik von Frauen ist deren Qualität: Sowohl in der Popmusik, als auch im Singer/Songwriter-Bereich kommen die deutlich kreativeren, abwechslungsreicheren und spannenden Alben von Frauen. Das Frauchen- oder Rockerschlampen-Image ist längst passé. Frauen machen nicht mehr "Frauenmusik", sie machen sie einfach öfter besser, als die Herren der Schöpfung. Das gilt noch nicht "flächendeckend" für alle Genres, aber Frauen erobern immer mehr ehemalige Domänen der Männer: Im Jazz und in der Klassik gibt es eine Menge interessanter Künstlerinnen, die den Kerlen zeigen, was ne Harke ist. Und das alles ohne Geschlechterkampf, Frauenpower und sonstigem ideologischen Gewäsch. Ich zumindest freue mich über die faktische Gleichberechtigung von Frauen in meiner Playlist. Das wäre vor 10, 15 Jahren noch nicht so möglich gewesen.
Die restlichen Plätze werden von meinen Alltime-Favorites bestimmt: Der von mir hochgeschätzte
Jade Leary mit seinem düsteren Prog-, Psychedelic-, Inide-, Alternative-, Singer/Songwriter-Rock;
Porcupine Tree,
King Crimson und
Phideaux im Prog-Bereich;
Bill Evans im Jazz (Es gibt so viele Bill Evans-Alben, die ich wieder und wieder hören kann, ohne dass sie langweilig werden) und (natürlich) im Klassiksektor
Nikolaus Harnoncourt (Bach und die Wiener Klassik, v.a. die Haydn-Symphonien - Haydn! Ja, richtig gelesen!) und das sagenhafte
Leipziger Streichquartett, das mich dieses Jahr gleich mit einer Reihe von Neu- und Wiederveröffentlichungen (Mendelssohn, Schubert, Janacek) verzaubert hat.
Im Vergleich mit der
letztjährigen Top 15 können sich nur Bill Evans, King Crimson, My Brightest Diamond und Jade Leary behaupten. Ein paar meiner "ewigen" Favoriten habe ich dieses Jahr offenbar kaum gehört: Wenig Echolyn, wenig Marillion (die letzten Alben haben mich einfach nicht so überzeugt), das Esbjörn Svensson Trio gibt es aus naheliegenden Gründen nicht mehr, Genesis-Boxen habe ich mir dieses Jahr nicht geleistet und folglich auch deutlich weniger (am Rechner) gehört usw.
Sicher, meine last.fm-Statistik ist nur ein Ausschnitt aus meinen Hörgewohnheiten. Im Auto höre ich fast ausschließlich neue CDs und Klassik, beim Lesen (ich höre sehr gerne Musik mit dem Discman beim Lesen) dominiert die klassische , nicht-vokale Musik. Bei den LPs (ähm beim
Vünül Vinyl) greife ich gerne auf ein paar Pop-Perlen der späten 70er/ frühen 80er Jahre zurück, die es immer noch nicht auf CD gibt (darunter einige Alben von Robert Palmer und Hall & Oates, jaja, ich höre Hall & Oates) oder die ich nicht auf CD habe (Manfred Mann's Earth Band).
Alles in allem ist mein Spektrum gewiss etwas breiter geworden. Vor allem in der zeitnössischen Musik und in der Klassik finde ich immer mehr Zugang zu Musik, die mir bisher verschlossen blieb (namentlich Joseph Haydn und viele Komponisten des 20. Jahrhundert), aber ich bin immer noch weit davon entfernt behaupten zu wollen, dass ich alles höre (und wer würde so etwas schon gerne ernsthaft von sich behaupten wollen?). De facto nerven mich immer noch 99% der Popmusik und bestimmt 75% der Rockmusik, es langweilt mich 50% des Jazz (mindestens! Huhu, Pat-Metheny-Fans!) und in der klassischen Musik ist längst nicht alles Gold, was glänzt (ein Brahms-Fan werde ich wohl nie werden, auch nächstes Jahr nicht

) und oft einfach lieblos und konventionell eingespielt.
Franco Battiato - Inneres Auge
Sergio Cammariere - Carovane (der Mann wird einfach nicht schlechter)
PGR - Ultime notizie di cronaca (wunderbares und definitiv letztes Album der wichtigsten italienischen Band der letzten 20 Jahre)
und wohl auch
Fiorella Mannoia - Ho imparato a sognare
(noch nicht gehört, aber die Ausschnitte auf ihrer Webseite und bei youtube klingen großartig)
Frohes neues Jahr!